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Wie macht man Elektronische Musik?

Techno VeranstaltungWie die Bezeichnung "Elektronische Musik" schon vermuten lässt, wird diese Musikstilrichtung synthetisch hergestellt. Neben Drummaschinen, Grooveboxen, Synthesizern und der menschlichen Stimme, kommen in der Regel keine anderen Musikinstrumente zum Einsatz. Wenn man in anderen Stilrichtungen versucht, Synthesizer zum Teil natürlich klingen zu lassen, ist hier das Gegenteil der Fall. Technisch sterile Synthese und alle möglichen unnatürlichen Effekte z.B. zur Veränderung der Stimme sind das stilistische Ausdrucksmittel.

Die deutsche Band Kraftwerk legte in den 70er Jahren durchaus den Grundstein zu dieser Musikstilrichtung und hatte damit auch weltweiten Erfolg. Elektronische Musik nannte man das damals auch schon, aber die Musik von Kraftwerk unterscheidet sich durchaus auch von der elektronischen Musik heutiger Tage.

Elektronische Musik wird hauptsächlich mit Sequenzern produziert. Ein Sequenzer ist ein Gerät oder ein Softwareprogramm, das eine ganze Batterie von Synthesizern und anderen technischen Geräte steuern kann. Musik wird hier ganz besonders als Abfolge von Ton- und Schallereignissen empfunden - zu einem bestimmten Zeitpunkt ist ein bestimmter Ton in einem bestimmten Sound mit einer bestimmten Lautstärke und einer bestimmten Tonhöhe zu hören. Ein Sequenzer kann dies ohne Mühe mit einer großen Menge von Tonereignissen und einer fast beliebigen Geschwindigkeit. Technomusik ist eher schnell und drückt definitiv diese Unermüdlichkeit einer Maschine aus.

Techno-Guru Sven VäthTrommelwirbel oder Melodielinien werden zum Teil in einer so hohen Geschwindigkeit und Präzision gespielt, wie es ein menschlicher Musiker nie tun könnte. Viele Musiker können elektronische Musik daher nicht sonderlich leiden, was einem Technomusiker aber ziemlich egal ist. Er begreift "Musik machen" nicht als jahrelanges üben von Tonleitern, um diese auf einer Tastatur spielen zu können - die Kunst liegt vielmehr in der Beherrschung des Maschinenparks und das ist der Anspruch und die Schwierigkeit.

Am Anfang einer Produktion steht meist die typische Kombination aus synthetischer Bassdrum und Hihat, die am Sequenzer programmiert und über einen Synthesizer, Drummodul oder eine Drummaschine wiedergegeben werden. Der Sequenzer ist in der Lage, eine kurze Figur in einer Schleife (Loop) und somit zeitlich unbegrenzt zu wiederholen. Des weiteren ist ein Sequenzer in Spuren (Tracks) organisiert. Auf weiteren Tracks spielt man eine kurze Bass-Figur (die wiederum von einem tiefgestimmten Synthesizer wiedergegeben wird). Andere Spuren nehmen Melodien oder Geräusche auf. Wichtig ist nun der zeitliche Ablauf des Titels und die Strukturierung in Strophe, Refrain, Zwischenmelodien, Hooklines, Breaks... hier ist nun die Kreativität und Phantasie des Musikers gefragt.

Moderne Sequenzer haben über die (MIDI-) Steuerspuren für Synthesizer und elektronische Geräte so genannte Audiotracks. Audiotracks dienen zur Aufnahme von akustischen Signalen (hauptsächlich natürlich Gesang). Auch wenn der Gesang natürlichen Ursprung hat, ist es oft üblich, diese Spuren, manchmal bis zur Unkenntlichkeit, zu verfremden. Genauso kann man aber auch z.B. eine schöne natürliche Mädchenstimme in Kontrast zu dem technokratischen Hintergrund zu setzen.

Aufwändige Produktionen unterscheiden sich von einfacheren vor allem durch die Zahl (und den Preis) der verwendeten Synthesizer. Viele Produzenten sammeln Synthesizer, wie andere Menschen Briefmarken sammeln und manchmal wird ein Museumsstück über enormen technischen Aufwand an die moderne Mimik gekoppelt und erzeugt dann gerade einen Sound, der dem Pünktchen auf dem i entspricht. Die Basisarbeit machen aber meist moderne, flexiblere Synthesizer die meist über einen gigantischen Soundvorrat verfügen. Wichtig ist aber eben, wie oben erwähnt, gerade die Beherrschung des technischen Equipments und somit die Programmierung der Synthesizer und nicht das unkritische abrufen vorgefertigter Presetsounds.

Equipment: (weiterführende Links)

Neben dem Standart-Arbeitsmaterial eines DJs (Plattenspieler, DJ-Mischpult, ) benötigt man mindestens einen Recorder (Rechner mit Software und spezieller Soundkarte oder einen Standalone-Recorder oder auch eine Groovebox) und ein Recording-Mikrofon (ggf. plus Mikrofon-Preamp). Erfolgreiche Produzenten haben oft eine über längere Zeit aufgebaute Sammlung an Synthesizern und ggf. mehrere DJ-Effektgeräte.

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