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Wie macht man HipHop?

Wu-Tang ClanGrandmaster Flash gilt heute als einer der wichtigsten Mitbegründer des HipHop. Die legendäre Single "The Message", die 1982 erschien, machte einen neuen Stil über Nacht weltweit populär. Im wesentlichen enthält sie 2 neue Elemente, die bis dahin noch weitgehend unbekannt waren:

Rap - eine Art Sprechgesang, bei dem Rhythmik eindeutig Vorrang vor Tonalität hat und bei wobei in kurzer Zeit Unmengen von Text benötigt werden

Scratchen - das Geräusch, das entsteht, wenn man eine markante Stelle einer Schallplatte mit der Hand rhythmisch unter der Plattenspielernadel hin und her bewegt.

Die Geschwindigkeit der HipHop-Musik ist in der Regel eher langsam (~90 BPM = Beats pro Minute) um Raum für die rhythmischen Akzente zu lassen.

Grundsätzlich beginnt man mit einem Beat. Ein Beat ist ein kurzes Stück (1, 2, 4 Takte) Musik, das meist aus irgend einem anderen Musiktitel entnommen wird, wobei man meist streng darauf achtet, dass der ursprüngliche Musiktitel nicht mehr zu erkennen ist. Das entnommene Fragment sollte relativ leer sein, denn wenn es überladen ist, dann kann man nur schwer eigene Ideen darüber verwirklichen.

Deutsche HipHop-Pioniere: Die Fantastischen VierDer Beat wird "geloopt". Loop heißt Schleife und bedeutet, dass der relativ kurze Beat immer wieder und somit beliebig lang wiederholt wird. Um dies zu bewerkstelligen, benötigt man einen Sampler. Sampler waren früher recht teuer, aber inzwischen ist eigentlich jeder Computer in der Lage, mit entsprechender Software als Sampler zu fungieren. Des weiteren sind Sampler in manchen DJ-Mischpulten integriert oder man verwendet eine Groove-Box mit Sampleoption, die Mittlerweile gezielt von einschlägigen Firmen für den DJ-Markt produziert werden.

Hat man einen Beat gefunden, geloopt und nach längerem Anhören entschieden, dass der Groove stimmt, kann man sich daran machen, einen neuen Titel daraus zu kreieren. Dazu benötigt man ein Aufnahmemedium. Unabhängig davon, ob man einen Rechner oder einen Standalone-Recorder verwendet, muss das Recording-Equipment in der Lage sein Musik aufzunehmen und in Spuren (Tracks) zu verwalten. Es genügt also nicht, einfach nur aufzunehmen und wieder zu geben, sondern man muss Dinge, die man nacheinander aufgenommen hat verschieben, verändern und später zusammen wiedergeben können. Nur so ist es möglich, über den laufenden Groove andere Dinge zu setzen, die letztlich dann den neuen Titel ergeben. Selbstverständlich ist geeignetes Recordingequipment in der Lage, dies immer wieder zu versuchen, gute Ergebnisse stehen zu lassen und Fehler zu löschen oder zu verbessern.

Auf diese Weise erweitert man die Basisspuren mit dem ursprünglichen Beat mit weiteren Spuren, die den Rap, Melodien oder rhythmische Elemente (z.B. Scratchings) aufnehmen. Spätestens hier sollte man sich über die strukturelle Gliederung des Titels klar werden, einteilen in Strophen, Refrains, Hooklines, Breaks - aber prinzipiell sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Man kann Elemente aus anderen Schallplatten verwenden oder mit diversen Musikinstrumenten (meist Synthesizer oder Grooveboxes) eigene Elemente erfinden.

Bei aufwendigen Produktionen ist es mittlerweile oft üblich, den Grundbeat zu ersetzten. Das bedeutet, dass man die Instrumente des Grundbeats (meist Schlagzeug, Bass und unter Umständen ein paar weitere Elemente) mit Instrumenten nachzuspielen. Dazu werden Synthesizer, Drummachines, aber auch echte Musikinstrumente (Drums, Bass, Gitarre usw.) verwendet. Das kann man so weit treiben, dass man zum Schluss den Ausgangsbeat löscht. Er diente dann nur als Gerippe, auf dem der neue Titel aufgebaut wurde. Es ist jedoch auch absolut üblich, Elemente aus anderen Schallplatten hör- und erkennbar zu lassen. Dies erfordert aber unter Umständen eine Klärung der Urheberrechtssituation. Wer z.B. einen bekannten Titel aus den 70er oder 80er Jahren zu einem HipHop-Titel verarbeitet, so dass der ursprüngliche Titel zu erkennen ist, hat unter Umständen den Vorteil, dass wegen des Wiedererkennungseffekts der Titel sehr erfolgreich wird. Der Nachteil besteht darin, dass die Rechtsvertretung des ursprünglichen Künstlers (mit Recht) Geld aus dem kommerziellen Gewinn fordert. Kopieren ist also in so fern nur so weit bedenkenlos erlaubt, solange der Ursprung nicht erkennbar ist.

Equipment: (weiterführende Links)

Neben dem Standard-Arbeitsmaterial eines DJs (Plattenspieler, DJ-Mischpult, CD-Player) benötigt man mindestens einen Recorder (Rechner mit Software und spezieller Soundkarte oder einen Standalone-Recorder oder auch eine Groovebox) und ein Recording-Mikrofon Sinnvolle Erweiterungen sind jede Art von Synthesizern.

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