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Wie wird man Gitarrist?

James Hetfield - MetallicaSeit ca. 40 Jahren dominiert die E-Gitarre die moderne Musik - und das zieht sich quer durch viele verschiedene Stilrichtungen. Ausgelöst wurde dies durch die Beatles die zuerst erfolgreich auf damals populäre Instrumente wie Saxofon und Trompete verzichteten und damit Weltruhm erlangten.

Möglich wurde das, weil damals durch die E-Gitarre und die besserwerdenden Gitarrenverstärker zum einen die Gitarre endlich von der Lautstärke mit Einem Schlagzeug mithalten konnte und zum Anderen durch die Elektronik eine Vielzahl an Klangvariationen möglich wurden. Die Flexibilität der elektrisch verstärkten Gitarre ist unendlich und es gibt immer wieder neue Sounds und Dinge, die man vorher nicht gehört hat.

Zunächst soll klargestellt werden, dass für fast alle Bands neben den Gitarren eine Bassgitarre nötig ist, die eine völlig andere Funktion in der Musik hat. Informationen dazu auf der Seite Bassgitarren.

Wer Gitarrist in einer Band ist, hat sowohl die Möglichkeit, durch Akkorde den harmonischen Verlauf eines Musiktitels zu bestimmen, als auch sehr große Möglichkeiten, sich durch solistische Passagen zu profilieren. Durch ihre Vielfalt ist die Gitarre bestens geeignet, sich selbst mit der Herausforderung des Komponierens von Musiktiteln zu beschäftigen - was so nahe liegend bestenfalls noch mit Tasteninstrumenten möglich ist. So ist es nicht verwunderlich, dass Gitarristen Unmengen von erfolgreichen Titeln in den letzten Jahrzehnten geschrieben haben.

Es taucht oft die Frage auf, ob man, bevor man zur E-Gitarre greift, erst mal mit einer Wandergitarre beginnen sollte. Die Antwort heißt eindeutig "nein". Es gibt überhaupt keinen Grund, sich mit Wanderliedern zu quälen, wenn man ganz andere Ziele hat. Jemand, der in einer Musikschule im Gruppenunterricht Wanderlieder geübt hat, ist auch kein besserer Gitarrist als der, der mit Enthusiasmus und einer E-Gitarre beginnt. E-Gitarre und Wandergitarre beginnen zwar mit den gleichen Akkorden, aber nach kurzer Zeit geht man andere Wege; und wer E-Gitarre intensiv spielt, verspürt oft später den Wunsch, sich einmal auf einer akustischen Gitarre zu versuchen und kann dies jederzeit tun.

Wir wollen hier keinen Gitarrenunterricht beginnen, daher nur kurz zur Konzeption: Eine Gitarre hat in der Regel 6 Metall-Saiten, die durch den Druck der Finger auf dem Griffbrett verkürzt werden, was die entsprechenden Tonhöhen ergibt. Mit der anderen Hand werden die Saiten dann in Schwingungen versetzt. Dazu ist selbstredend eine gewisse Übung und Fingerfertigkeit nötig so dass sich vorführbare Ergebnisse erst nach einer gewissen Zeit einstellen.

Da eine E-Gitarre von sich aus sehr leise klingt, muss sie elektronisch verstärkt werden, was dann allerdings wieder infernalische Lautstärken ermöglicht. Durch den Mangel an Power in den frühen Jahren ergab sich oft, dass Gitarristen ihrem Verstärker mehr Lautstärke abverlangten, als dieser erzeugen konnte, was in einer mehr oder weniger starken Verzerrung des Signals resultierte. Manche Gitarristen fanden diese Verzerrungen grausam, andere entdeckten darin eine Faszination und völlig neue Möglichkeiten, sich musikalisch auszudrücken. Dieses Verzerren wird daher seit Jahrzehnten musikalisch genutzt und ist mittlerweile eines der wichtigsten Beurteilungskriterien für den Sound und die Qualität eines Gitarrenverstärkers.

Ein Gitarrenverstärker hat fast nichts mit den Verstärkern gemeinsam, die in HiFi-Anlagen verwendet werden. Der Sound einer mit HiFi-Verstärkern verstärkten Gitarre wird als grässlich oder allenfalls langweilig empfunden und unter Umständen besteht sogar die Gefahr, HiFi-Boxen mit einer E-Gitarre zu beschädigen, weil diese nicht mit den durch die Verzerrung generierten Frequenzspektren zurecht kommen. Zu einer E-Gitarre gehört also zwingend ein Gitarrenverstärker. Dieser kann zum Üben recht klein ausfallen (10-15 Watt). In einer Band benötigt man Leistungen um 40-60 Watt und man sollte sich bei den Watt-Angaben nicht durch die höheren Leistungen mancher HiFi-Anlagen irritieren lassen. E-Gitarren werden verzerrt mit 30 Watt erheblich lauter empfunden als HiFi-Musik mit 300 Watt.

Es gibt unzählige verschiedene E-Gitarrenmodelle in einer weiten Preispalette. Der Anfänger wird nicht verstehen, warum die eine Gitarre 10x oder gar 100x mehr kostet als ein optisch ähnliches anderes Modell. Er wird vielleicht nicht mal einen Klangunterschied wahrnehmen. Profis hören allerdings minimale Nuancen und wissen warum man eine teure Gitarre braucht. Natürlich kann auch ein Einsteiger auf einer Profigitarre lernen. Er wird aber erst nach 2-3 Jahren den wahren Wert seines Instruments zu schätzen wissen.

Bei Verstärkern sind die Klangunterschiede krasser. Ein größerer teurerer Verstärker ist lauter und klingt meist auch besser und das hört man auch als Einsteiger. Insbesondere hat der Verstärker sehr starken Einfluss auf den Gesamtsound und sollte mit Bedacht und Blick auf die angestrebte Musikstilrichtung gewählt werden. Bei kleinen Übungsverstärkern ist dies aber nicht so entscheidend.

 

Weiterführende Informationen: Einsteigertipps für Gitarristen, Begriffserklärung für E-Gitarren, Musiker-Forum, Fender Stratocaster

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